Trump und die Digitalisierung

Die Ära Trump ging Anfang 2021 zu Ende. Und nein, das soll keine Abrechnung mit seiner Person oder seinem Weltbild sein. Man sagt ja, dass man von jedem Menschen etwas lernen kann und niemand umsonst lebt, “zumindest kann er anderen als schlechtes Vorbild dienen”.

Deswegen wollte ich gerne mit Donald Trump über die Digitalisierung sprechen, insbesondere wie seiner Meinung nach, die Gesellschaft mit den zunehmenden monopolistischen Strukturen in digitalen Märkten umgehen sollte. Danach möchte ich sinnieren, was wir von diesem Gespräch lernen könnten.

Achtung!! Für das Verständnis dieser Konversation ist rudimentäres Englisch erforderlich!

Ich: Mr. Trump, Herr Ex-Präsident danke, dass sie sich die Zeit nehmen und für ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehen. 

Mr. Trump: Gerne, ich hab ja jetzt viel Zeit und möchte diese nutzen, um weiterhin in der Öffentlichkeit präsent zu bleiben. Da kam mir Ihre Einladung gerade recht.

Ich: Ihr ursprünglicher Vorschlag, dass wir über Twitter kommunizieren, wäre der Komplexität des Themas “Digitalisierung” nicht gerecht geworden. Deswegen bin ich sehr froh, dass wir uns hier virtuell gegenübersitzen.

Mr. Trump: That’s great. I love it.

Ich: Also, Mr. Trump, Herr Ex-Präsident. Sie waren ja vier Jahre für eine der größten Volkswirtschaften…

Mr. Trump: THE greatest…

Ich: Ja, derzeit noch die größte, zumindest gemessen am nominalen Brutto-Inlandsprodukt.

Mr. Trump: Was ist das “Brutto-Inlandsprodukt”?

Ich: Na, so wird heute zumeist die Wirtschaftskraft eines Landes gemessen. Manche Experten stellen dies auch in Frage, ob das wirklich eine gute Metrik ist. Schließlich werden hier unentgeltliche Dienstleistungen nicht einbezogen und Zufriedenheit der Bevölkerung spielt da überhaupt keine Rolle.

Mr. Trump: Ja, darüber habe ich schon viel nachgedacht.

Ich: (etwas überrascht) Sie haben nachgedacht?

(Gespannte Pause)

Ich:  Und?

Mr. Trump: Die Zahlen werden falsch berechnet.

Ich: Ja, das wollte ich damit auch sagen. Also, die Berechnungen stimmen schon. Aber es scheinen die falschen Prioritäten gesetzt zu werden. 

Mr. Trump: Bull-shit. China spielt hier nicht mit offenen Karten. Ich werde deswegen veranlassen, dass wir aus dem Brutto-Inlandsprodukt aussteigen.

Ich: Mr. Trump, Hr. Ex-Präsident. Bei allem Respekt, aus dem Brutto-Inlandsprodukt kann man nicht aussteigen, man kann nur…

Mr. Trump: Wer behauptet das? Ich kann das… Und ich werde das auch…

Ich: ok, aber selbst wenn. Sie sind gar nicht mehr Präsident…

Mr. Trump: Das werden wir noch sehen.

Ich: Also, ich komme aus Österreich, das Land der Waldmenschen. Ich kann und will amerikanische Politik wirklich nicht kommentieren. Aber eigentlich wollte ich…

Mr. Trump: Das heißt, Sie haben mich nicht gewählt? 

Ich: Das kann ich nicht, weil…

Mr. Trump: Das Gespräch ist für mich beendet.

Ich: Aber Mr. Trump, eigentlich wollte ich mit Ihnen über Digitalisierung sprechen…

(Mr. Trump verlässt den Raum.)

Ich: Mr. Trump, Hr. Ex-Präsident, ich wollte doch eigentlich einen Blog über Digitalisierung schreiben…

(Mr. Trump erinnert sich, dass die Video-Konferenz noch aktiv ist und schlägt auf den Computer.)

Was können wir aus diesem Gespräch mitnehmen?

  • Wir hören uns nicht wirklich zu und verstehen von dem anderen nur das, was wir verstehen wollen
  • Es wird vielfach versucht, durch oftmalige Wiederholung Fakten zu schaffen, die keine Fakten sind
  • Für eine ernsthafte Diskussion über Digitalisierung reicht meistens nicht die Zeit

Irgendwie ernüchternd.

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